Einstürzende Altbauten

Schon komisch, was in den letzten Jahren an verklärten Rückblenden zum seligen Restberlin so zusammengeschnipselt wird. Soll wohl so aussehen, als ob die Musikszene nur so brodelte und lauter schöne Menschen dauerbekokst die Nacht zum Tag gemacht hätten. In Wirklichkeit bestand die Bevölkerung der Mauerstadt bis kurz vor Nineteen-Ninety eigentlich fast nur aus Tattergreisen und einer Handvoll Zugereister Studenten, Wehrdienst und sonstiger Arbeit Verweigerer. Natürlich sind die paar Macher von früher jetzt kurz vorm Rentenalter und was liegt da näher, als der Jugend von heute was vorzugaukeln, was im Nachhinein natürlich kaum nachprüfbar ist. Dabei kommt ein notorisch reflektives EN-Malaria-Ärzte-Nena-Ideal Potpourri bei hinten raus, wo punkrockige Unwichtigkeiten wie PVC, White Russia, Betoncombo usw. einfach ignoriert werden. Das alles mit einer ganz kleinen Prise Rattay-Doku und Reeders oberpeinlichen Uniformfetisch. Bla Bla. Am Schluss ist ja sowieso auch nur noch Rave angesagt, es lebe das MfS. Friede Freude Eierkuchen.

Summer

IMG_1198 copy

 

Beatsteaks in der Wuhlheide. Im Vorprogramm AnnenMayKantereit. Links halb hinter der Bühne noch vier Plätze frei. Wie die Sonne untergeht, der Haupt-Act. Im Innenraum Pogo. Biertrinken mit Nachschlag aus dem Getränkerucksack. Untergehender Mond und im Hintergrund die Zugabensongs auf dem Weg zur S-Bahn.

franz. ska, punk, metal, rock, fusion

10984988_1008220419210384_3768334329540428130_nEiffelturm Müllerstraße
Hinterm Eiffelturm in der Müller ist Open Air (oder open air, wie der Franzose sagt). Gerade rechtzeitig kurz nach vier eingetrudelt, da spielen schon Skalymax. Kurzweiliger Punkrock, erstmal ein Radler und ne Merguez im Baguette mit Moutarde. Danach wirds leicht Metallica rockig mit Strong Plane. Und zur Abwechslung dann Minnie The Moocher, schön tanzbar zu ordentlichen Bläsersätzen. Wir nehmen Abschied während Hold´Up mit Megaphon und semiacoustic alles fusionieren.

(Dieser Beitrag ist ein Update zu Tag der selbstgemachten Musik, Groovy Cellar, Fette Musik)

Gegen den Strom

Die Meinungen schwanken zwar zwischen belanglos und überflüssig, dabei war der Tatort letzten Sonntag doch eigentlich ganz unterhaltsam. Sauber wurden die Charaktere der Nebenrollen herausgearbeitet. Trödelhändler Sergej im Zentrum des Geschehens, Oma Berger im Chat mit ihrem Hedgefondenkel, Giovanni di Lorenzo als Giovanni di Lorenzo und kleiner Sheriff für Stedefreund. Am Schluss Showdown mit Psycho Kilian. Alle mehr oder weniger Unsympathen abgemurkst und derselbige auch tot.

http://www.daserste.de/unterhaltung/krimi/tatort/sendung/tatort-wer-wind-erntet-saet-sturm-148.html

Novalis und andere Neoromantiker

Im ehem. Abwasserpumpwerk veranstaltet der Vinyldealer aus Bochum ein kleines Festival. Also pünktlich hin mit der Stadtbahn. Als erstes tritt Poppy Ackroyd auf. Mag sein, dass sie vielleicht ein bisschen zuviel Michael Nyman gehört hat, aber Klaviergeklimper kommt eigentlich immer ganz gut. Danach die Kollegen vom Hidden Orchestra. Joe Acheson resampelt dass die Wände nur so wackeln und auch der Schlagzeuger macht richtig Druck. Zwischendurch Umbaupause, Zeit für einen kleinen Weißwein. Zum Ausklang Nils Petter Molvær, zuletzt vor über zehn Jahren erlebt im Tränenpalast. Moritz von Oswald drückt dazu ein paar Tasten auf dem Keyboard und sein Neffe am Mixer besorgt den Rest. Nichts neues eigentlich, dafür bläst auf diesem Niveau die Trompete alles weg, was uns sonst die Gehörgänge tagtäglich verstopft. Ein anstrengendes Konzert, aber dennoch (oder gerade deshalb) sehr schön.

Kapitalismus als äußerst unterhaltsame Realsatire

Ein Veranstaltungshinweis.

Klaus Stern ist mit seinem Film „Versicherungsvertreter” seiner Ausnahmerolle unter Deutschlands Dokumentarfilmern erneut gerecht geworden: Auf zurückhaltend-unterhaltende Art und anhand weniger Protagonisten schafft er es, komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge zu erklären.

Essen und Lachmuskeltraining gegen Spende – all das ab 20 Uhr in der Groni50.

Wir freuen uns auf euch!

Morgen, Dienstag
KüfA -02.06.2015

Roadrunners Paradise

Muffin Men

25th anniversary 1990-2015
may blitz, Germany 2015

Die Muffin Men sind mal wieder auf Tour.

In Berlin ist der Laden nur mäßig halb gefüllt. Und die alten Herren lassen erstmal routiniert Proberaumlangweile aufkommen.

Dann kommt aber Muffin Girl Silke Gonska auf die Bühne und das Ganze geht dank ihrer deutschen Textversionen in eine Art Brecht-Weill Performance.

Im zweiten Set gut warmgespielt und im gewohnten Groove die Evergreens und natürlich ihr Signature Titel als Zugabe. Ein netter Abend.

Setlist (unvollständig; aus der Erinnerung):

  • Trouble every day
  • Take your clothes off when you dance
  • Little house I used to live in
  • Peaches en regalia
  • I’m the slime
  • Don’t eat the yellow snow
  • The turture never stops
  • Brown shoes don’t make it
  • Whipping Post (Allman Brothers)
  • I am the Walrus
  • Muffin man

http://community.zappanale.de/community/de/news/konzerte/189-r-25-jahre-the-muffin-men.html

http://muffinmen.esy.es

(Dieser Beitrag ist ein Update zu muffin men on tour, Skull and Bones und just another band from L4)

WW 2015

(Fotos: Harald Riedel, Rien Nicasie, u.a.)